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Haarausfall-Typen Erklärt — Androgenetisch, Telogenes Effluvium und Alopecia Areata

Veröffentlicht: 2026-04-26 · 11 Min. Lesezeit

Zusammenfassung: Fällt einem auf, dass mehr Haare ausfallen als sonst, steckt dahinter nicht immer eine einzige Ursache. SKINROUTE hat die Merkmale der vier häufigsten…

Kurz zusammengefasst

Haarausfall hat je nach Ursache unterschiedliche Formen. Am häufigsten sind androgenetischer Haarausfall, der von Erbanlagen und Hormonen beeinflusst wird, telogenes Effluvium mit plötzlichem, breitflächigem Ausfall nach starkem Stress oder einer Geburt, Alopecia areata mit plötzlichem, rundem Haarausfall und Zug-Alopezie durch straff sitzende Frisuren.

  • Bei plötzlichem, rundem Haarausfall oder anhaltend hoher Ausfallmenge sprechen Sie mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen
  • Bei telogenem Effluvium wachsen die Haare oft wieder nach, wenn die Ursache vorüber ist
  • Zu Hause helfen milde Kopfhautreinigung, lockere Frisuren und weniger Hitze-/Chemiebelastung als Basis

Fällt einem auf, dass mehr Haare ausfallen als sonst, steckt dahinter nicht immer eine einzige Ursache. SKINROUTE hat die Merkmale der vier häufigsten Haarausfall-Formen, Kopfhaut- und Haarpflege für zu Hause und Signale zusammengestellt, bei denen ein Gespräch mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen sinnvoll ist. Dieser Artikel bündelt Informationen zur Kopfhaut- und Haarpflege – welche Ursache hinter Ihrem Haarausfall steckt, kann nur eine Dermatologin oder ein Dermatologe feststellen.

Der Wachstums- und Ausfallzyklus der Haare

Jedes einzelne Haar durchläuft eine Wachstumsphase, eine kurze Übergangsphase mit Wachstumsstopp und eine Ruhephase, in der es schließlich ausfällt. Ein gewisser täglicher Haarausfall ist also ein natürlicher Teil dieses Zyklus, und an den ausgefallenen Stellen wächst meist neues Haar nach.

Zum Problem wird es, wenn dieser Zyklus aus dem Takt gerät. Werden Haarfollikel immer kleiner, sodass nur noch dünnes, kurzes Haar wächst, gehen viele Follikel gleichzeitig in die Ruhephase über, werden Follikel angegriffen oder wird das Haar über lange Zeit gezogen, nimmt die ausfallende Menge deutlich zu. Je nachdem, wodurch der Zyklus aus dem Takt geraten ist, unterscheiden sich die Haarausfall-Formen.

4 häufige Haarausfall-Formen

Die Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) nennt als Ursachen für Haarausfall unter anderem Erbanlagen, eine Geburt, starken Stress und ziehende Frisuren. Vier davon werden besonders häufig genannt.

1. Androgenetischer Haarausfall

Diese von Erbanlagen und Hormonen beeinflusste Form gilt als häufigste Art von Haarausfall. Sie kann bei Männern und Frauen auftreten, zeigt sich aber unterschiedlich. Bei Männern zieht sich der Haaransatz an den Schläfen oft zurück oder der Scheitelbereich wirkt licht, bei Frauen bleibt der Haaransatz meist erhalten, während sich der Scheitel verbreitert oder der gesamte Scheitelbereich dünner wird. Da diese Form langsam fortschreitet, sprechen Sie frühzeitig mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen, wenn Scheitel oder Scheitelbereich lichter wirken als früher.

2. Telogenes Effluvium

Nach starkem Stress, einer Geburt, einer schweren Erkrankung mit hohem Fieber oder starkem Gewichtsverlust gehen viele Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase über, wodurch diese Form entsteht. Typisch ist gleichmäßiger, starker Ausfall am gesamten Kopf einige Monate nach dem Ereignis, weshalb viele Betroffene den Zusammenhang nicht sofort erkennen. Auch der plötzliche, verstärkte Haarausfall nach einer Geburt ist ein bekanntes Beispiel. Meist wachsen die Haare wieder nach, wenn die Ursache vorüber ist – nimmt die ausfallende Menge jedoch dauerhaft nicht ab, sprechen Sie mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Wie Stress Haut und Kopfhaut beeinflusst, ist ausführlicher in Stress und Haut beschrieben.

3. Alopecia areata

NIAMS, eine Abteilung der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH), erklärt Alopecia areata damit, dass das körpereigene Immunsystem die Haarfollikel angreift und dadurch Haare ausfallen. Typisch ist plötzlicher Ausfall in münzgroßen, runden oder ovalen Bereichen mit klar erkennbarer Grenze. Er kann nicht nur auf der Kopfhaut, sondern auch an Augenbrauen, Wimpern, Bart und Körperbehaarung auftreten und breitet sich selten auf die gesamte Kopfhaut oder den ganzen Körper aus. Manchmal wächst das Haar von selbst wieder nach, es kann aber wiederkehren – entdecken Sie eine runde kahle Stelle, sprechen Sie mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.

4. Zug-Alopezie

Sie entsteht, wenn Frisuren wie Pferdeschwanz, Zöpfe, Hochsteckfrisuren oder Extensions, die stark am Haar ziehen, lange getragen werden. Meist dünnt es zuerst an Stellen aus, die stark unter Zug stehen, etwa am Haaransatz an der Stirn oder an den Schläfen. Am wichtigsten ist, die Frisur frühzeitig lockerer zu gestalten – hält die ziehende Gewohnheit lange an, kann das Nachwachsen schwieriger werden.

Haarausfall-Formen im Überblick

Typisches ErscheinungsbildZusammenhängende FaktorenPflegerichtung
Androgenetischer HaarausfallBei Männern Schläfen/Scheitelbereich, bei Frauen Scheitel/Scheitelbereich dünnerErbanlagen und HormoneFrühzeitig mit einer Dermatologin/einem Dermatologen sprechen
Telogenes EffluviumGleichmäßiger, starker Ausfall am gesamten KopfStarker Stress, Geburt, schwere Erkrankung, starker GewichtsverlustWächst oft nach, wenn Ursache vorüber ist
Alopecia areataPlötzlicher, münzgroßer Ausfall mit klarer GrenzeImmunsystem greift Haarfollikel anMit Dermatologin/Dermatologen sprechen
Zug-AlopezieHaaransatz/Schläfen dünnerStraff ziehende FrisurenZu lockereren Frisuren wechseln

Signale, bei denen ein Gespräch mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen sinnvoll ist

Da sich die Pflegerichtung je nach Haarausfall-Form völlig unterscheidet, ist es wichtig, zuerst die Ursache zu klären, statt auf eigene Faust verschiedenes auszuprobieren. Zeigt sich auch nur eines der folgenden Signale, sprechen Sie mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.

Bei diesen Signalen ein Gespräch suchen

  • Plötzlich ist eine runde, kahle Stelle entstanden
  • Die ausfallende Menge nimmt auch nach Monaten nicht ab
  • Scheitel oder Haaransatz haben sich sichtbar verbreitert
  • Augenbrauen oder Wimpern fallen ebenfalls aus
  • Die Kopfhaut ist rot, juckt oder brennt
  • Die Ausfallgeschwindigkeit hat sich plötzlich erhöht

Kopfhaut- und Haarpflege für zu Hause

Die Pflege zu Hause macht bereits ausgefallenes Haar nicht rückgängig, sondern hält die Kopfhaut angenehm und schützt das Haar davor, unnötig zu brechen oder gezogen zu werden. Die AAD nennt als haarschädigende Gewohnheiten kräftiges Reiben des Kopfes, heiße Styling-Geräte, straff sitzende Frisuren und häufiges Dauerwellen/Färben.

Kopfhaut und Haar – das sollten Sie tun und meiden

✓ Das sollten Sie tun

  • Shampoo sanft auf der Kopfhaut verteilen
  • Conditioner vor allem in die Haarspitzen
  • Feuchtigkeit mit dem Handtuch abtupfen
  • Ansatzpunkt und Richtung beim Binden abwechseln, locker binden
  • Föhn mit niedriger Temperatur

✕ Das sollten Sie meiden

  • Pferdeschwanz oder Zopf straff binden
  • Heißen Glätteisen/Föhn häufig verwenden
  • Färben, Dauerwellen und Bleichen zu oft wiederholen
  • Nasses Haar kräftig mit dem Handtuch reiben
  • Kopfhaut mit den Fingernägeln kratzen

Sanft waschen

Schäumen Sie das Shampoo in den Händen auf, geben Sie es auf die Kopfhaut und massieren Sie sanft mit den Fingerspitzen. Kratzen mit den Fingernägeln reizt die Kopfhaut. Waschen Sie öfter, wenn die Kopfhaut schnell fettig wird, und etwas seltener bei Trockenheit – passen Sie es an den Kopfhautzustand an. Die Reinigung je Kopfhauttyp ist im Selbstcheck für den eigenen Kopfhauttyp zusammengestellt.

Hitze- und Chemiebelastung verringern

Senken Sie bei Glätteisen und Föhn die Temperatur und verwenden Sie sie seltener. Lassen Sie zwischen Färben, Dauerwellen und Bleichen genügend Abstand und kombinieren Sie nicht mehrere Chemieanwendungen auf einmal.

Frisuren ohne Zug

Binden Sie das Haar locker und wechseln Sie die Richtung, damit nicht immer dieselbe Stelle gezogen wird. Lassen Sie das Haar zum Schlafen offen.

Ausgewogene Ernährung

Auch Haare sind Gewebe, das der Körper bildet – geraten Mahlzeiten aus dem Gleichgewicht, wirkt sich das aus. Lassen Sie keine Mahlzeiten aus und achten Sie auf Eiweiß, Gemüse und Getreide. Ein abrupter, starker Gewichtsverlust durch radikale Diäten ist besser zu vermeiden.

Kopfhautfreundliche Wasch-Reihenfolge

  1. Kämmen — Verknotetes Haar trocken sanft lösen
  2. Anfeuchten — Mit lauwarmem Wasser bis zur Kopfhaut ausreichend nass machen
  3. Shampoo — In den Händen aufschäumen und mit den Fingerspitzen sanft auf der Kopfhaut verteilen
  4. Ausspülen — Gründlich spülen, bis kein Schaum zurückbleibt
  5. Conditioner — Von der Haarmitte bis in die Spitzen auftragen und ausspülen
  6. Trocknen — Mit dem Handtuch abtupfen, Föhn mit niedriger Temperatur verwenden

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Haarausfall gilt als Haarausfall-Problem?

Ein gewisser täglicher Ausfall ist Teil des natürlichen Zyklus. Hat die ausfallende Menge sichtbar zugenommen, wirken Scheitel, Scheitelbereich oder Haaransatz lichter, oder ist eine runde kahle Stelle entstanden, sprechen Sie mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.

Fallen durch häufiges Haarewaschen mehr Haare aus?

Die Häufigkeit des Waschens allein löst kaum Haarausfall aus. Beim Waschen ausfallende Haare waren meist ohnehin schon ausfallreif. Kratzen mit den Fingernägeln oder kräftiges Reiben reizt jedoch Kopfhaut und Haar – waschen Sie deshalb sanft.

Ist es unbedenklich, wenn nach einer Geburt viele Haare ausfallen?

Der verstärkte Haarausfall nach einer Geburt ist ein bekanntes Beispiel für telogenes Effluvium. Meist wachsen die Haare mit der Zeit wieder nach – nimmt die ausfallende Menge jedoch dauerhaft nicht ab oder wirken bestimmte Stellen licht, sprechen Sie mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.

Gibt es bestimmte Lebensmittel, die gegen Haarausfall helfen?

Ein einzelnes Lebensmittel verhindert Haarausfall nicht. Grundlage ist eine ausgewogene, regelmäßige Ernährung mit Eiweiß, Gemüse und Getreide – ein starker, abrupter Gewichtsverlust kann Auslöser für gleichzeitigen Haarausfall sein und sollte vermieden werden.

Alltagsgewohnheiten zuerst prüfen

Welche Ursache hinter dem Haarausfall steckt, kann nur eine Dermatologin oder ein Dermatologe feststellen – Gewohnheiten wie Stress, Schlaf und Ernährung, die Kopfhaut und Hautzustand gemeinsam beeinflussen, können Sie jedoch selbst überprüfen. Die SKIN100-Hautanalyse wertet mehr als 100 Fragebogen-Items zu 8 zentralen Faktoren aus – von Lebensgewohnheiten über Skincare-Routinen bis zu Umwelteinflüssen – und zeigt Gewohnheiten, die den Zustand beeinflussen. Der AI-Coach empfiehlt darauf abgestimmt Pflegemaßnahmen für den Alltag.

Quellen

  1. Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) — Hair loss: Who gets and causes
  2. Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) — Types of hair loss
  3. NIAMS (US-amerikanische National Institutes of Health) — Alopecia Areata
  4. Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) — 10 hair care habits that can damage your hair

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Medizinischer Haftungsausschluss

SKINROUTE ist weder ein Medizinprodukt noch eine medizinische Einrichtung. Alle Inhalte sind allgemeine Hautpflege-Informationen zur Orientierung. Bei Fragen zu Ihrer Haut wenden Sie sich bitte an eine Dermatologin oder einen Dermatologen.