Wenn Hautärzte nur ein einziges Anti-Aging-Produkt empfehlen könnten, würden die meisten Sonnenschutz wählen. UV-Strahlung ist die Hauptursache der Hautalterung (Photoaging) und steht in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Hautkrebs.
Die zwei Arten von UV-Strahlung
UVA (Wellenlänge 320–400 nm)
- Dringt tief in die Dermis ein und zerstört Kollagen
- Hauptverursacher von Falten, Elastizitätsverlust und Pigmentflecken
- Durchdringt Wolken und Fensterscheiben – 365 Tage im Jahr zu meiden
- Schutzgrad wird mit PA-Index (getrennt vom SPF) angegeben
UVB (Wellenlänge 280–320 nm)
- Wird in der Epidermis absorbiert
- Mit Sonnenbrand, Hautrötung und Hautkrebs verbunden
- Im Sommer und bei klarem Wetter mittags am stärksten
- Schutzgrad wird mit SPF angegeben
Was SPF und PA bedeuten
SPF (Sun Protection Factor)
UVB-Schutzfaktor. Bei einer Haut, die ohne Sonnenschutz in 10 Minuten rötet, bedeutet SPF 30: 30 × 10 Minuten = 300 Minuten bis dieselbe UVB-Menge die Haut erreicht.
- Alltag: SPF 30–50
- Outdoor-Aktivitäten/Baden: SPF 50+
PA (Protection Grade of UVA)
UVA-Schutzklasse, ursprünglich aus Japan.
- PA+: geringer Schutz
- PA++: mittel
- PA+++: hoch
- PA++++: sehr hoch (aktuell höchste Stufe)
Europäische Produkte verwenden PPD und das UVA-Kreiszeichen.
Die zwei Arten von Sonnenschutzfiltern
Chemische (organische) Filter
- Absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um
- Wichtigste Inhaltsstoffe: Avobenzon, Oxybenzon, Ecamsule
- Vorteil: Leicht, kein Weißfilm
- Nachteil: Manche Inhaltsstoffe können reizend wirken; Wirkung setzt 20–30 Minuten nach dem Auftragen ein
Physikalische (mineralische) Filter
- Reflektieren/streuen UV-Strahlung
- Wichtigste Inhaltsstoffe: Zinkoxid, Titandioxid
- Vorteil: Sofortiger Schutz, geringe Reizung (geeignet für empfindliche Haut)
- Nachteil: Weißfilm, schwere Textur
Heutzutage sind viele Sonnenschutzprodukte eine Kombination beider Filterarten und gleichen Vor- und Nachteile aus.
Der häufigste Fehler bei Sonnenschutz: Zu wenig auftragen
Studien zeigen, dass die meisten Menschen nur 20–50 % der empfohlenen Menge auftragen. Der Standard liegt bei 2 mg/cm² auf dem gesamten Gesicht. Das entspricht etwa 1/4 Teelöffel (1,2–1,5 ml) für ein Erwachsenengesicht.
Zu wenig aufgetragen bietet selbst SPF 50 in der Praxis nur einen SPF-10-bis-15-Schutz.
Richtiger Umgang mit Sonnenschutz
- Letzter Schritt der Routine: Nach der Feuchtigkeitspflege als letztes auftragen (vor dem Make-up)
- Ausreichende Menge: Großzügig auf das gesamte Gesicht + Ohren, Hals und Dekolleté
- Alle 2–3 Stunden nachauftragen: Besonders bei Outdoor-Aktivitäten. Puder- oder Mist-Sonnenschutz verwenden
- Chemische Filter: 20–30 Minuten vor dem Ausgehen auftragen
- Ganzjährig verwenden: Auch an bewölkten Tagen erreichen 90 % der UVA die Haut; Glas hält UVA nicht auf
Zusätzliche Tipps
- Lassen Sie Basisprodukte und Sonnenschutz ausreichend einziehen, bevor Sie weiterschminken (verhindert Abperlen)
- Wenn ein Sonnenschutz allein nicht ausreicht, lässt sich mit einem Cushion oder einer Foundation mit UV-Schutz ergänzen
- Auch an Tagen, an denen Sie keinen Sonnenschutz tragen möchten, hilft eine BB-Cream oder ein getönter Feuchtigkeitsspender mit SPF 15 oder mehr
Konsequenter Sonnenschutz ab den Zwanzigern reduziert kumulativen Hautschaden und sorgt in den Vierzigern und Fünfzigern für einen deutlich besseren Hautzustand.