Kurz zusammengefasst
Reibeisenhaut an den Armen (Keratosis pilaris) entsteht, wenn sich Hornzellen am Poreneingang verklumpen und kleine Knötchen bilden. Statt sie kräftig abzurubbeln, lösen Sie die Hornzellen sanft mit passenden Wirkstoffen und pflegen die Haut konsequent mit Feuchtigkeit. Sie verschwindet selten auf einen Schlag – mit konsequenter Pflege wird die Haut Schritt für Schritt glatter, ohne Pflege wird sie schnell wieder rau.
- Peelinghandschuh oder Scrub mit kräftigem Reiben lässt die Haut leicht röten und noch rauer werden
- Körperlotionen mit Harnstoff, Milchsäure oder Salizylsäure können helfen, die Hornzellen sanft zu lösen
- Schwellen die Knötchen rot an oder juckt und breitet sich die Stelle aus, wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen Dermatologen
Kleine, raue Knötchen an Oberarmen oder Oberschenkeln, die sich wie Reibeisen anfühlen, sind ein Hautzustand, den man gemeinhin als Keratosis pilaris bezeichnet. SKINROUTE hat zusammengestellt, warum Keratosis pilaris entsteht und welche Basispflege sich zu Hause konsequent umsetzen lässt.
Warum entsteht Keratosis pilaris
Keratosis pilaris entsteht, wenn Keratin, der Hauptbestandteil der Hornzellen, sich am Poreneingang wie ein Stöpsel verklumpt und die Pore verschließt. Die Knötchen sind hautfarben, leicht rötlich oder bräunlich und fühlen sich beim Darüberstreichen wie Schleifpapier an. Sie treten meist an der Außenseite der Oberarme, an Oberschenkeln und am Po auf und tun in vielen Fällen weder weh noch juckt es.
Nicht alle Ursachen sind vollständig geklärt, doch folgende Tendenzen sind bekannt.
- Erbliche Veranlagung: Oft gibt es innerhalb der Familie weitere Personen mit demselben Anliegen.
- Trockene Haut: Bei trockener oder zu Neurodermitis neigender Haut kommt es häufiger vor.
- Jahreszeit: Bei trockener Luft im Herbst und Winter fällt es stärker auf, in feuchten Sommermonaten schwächt es sich eher ab.
Keratosis pilaris ist nicht ansteckend und entsteht auch nicht durch mangelnde Hygiene. Im Gegenteil: Je häufiger und kräftiger Sie waschen, desto trockener wird die Haut, wodurch die Knötchen noch stärker auffallen können.
Die zwei Pflegesäulen: Hornzellen lösen und Feuchtigkeit spenden
Der Kern der Knötchen ist ein Hornzell-Stöpsel am Poreneingang. Statt die Oberfläche kräftig abzurubbeln, ist es daher die Grundlage, mit passenden Wirkstoffen die Verbindung zwischen den Hornzellen zu lockern, damit sie sich Schritt für Schritt lösen, und die Haut mit Feuchtigkeitspflege geschmeidig zu halten.
Abrubbeln vs. Wirkstoffe zum Lösen
| Abrubbeln (physikalisch) | Wirkstoffe zum Lösen (chemisch) | |
|---|---|---|
| Methode | Peelinghandschuh, körniger Scrub | Duschgel/Lotion mit AHA, BHA oder Harnstoff |
| Wirkung | Löst Hornzellen an der Oberfläche durch Reibung | Lockert die Verbindung zwischen den Hornzellen, sodass sie sich sanft lösen |
| Hornzell-Stöpsel am Poreneingang | Nur die Oberfläche wird abgetragen, der Stöpsel bleibt meist bestehen | Salizylsäure löst sich gut in Öl und erreicht den Poreneingang leichter |
| Reaktion bei Übertreibung | Rötung, Wundreiben, Verletzungen | Brennen, Trockenheit |
Wirkstoffe, die die Hornzellen sanft lösen
- Salizylsäure (BHA): Löst sich gut in Öl und erreicht dadurch leichter die Hornzellen am Poreneingang, wo sich Talg befindet.
- Milchsäure und Glykolsäure (AHA): Wasserlösliche Wirkstoffe, die die Hornzellen an der Hautoberfläche lockern. Milchsäure bindet zusätzlich Feuchtigkeit und wird deshalb häufig für trockene Arme verwendet.
- Harnstoff (Urea): Spendet Feuchtigkeit und weicht Hornzellen zugleich auf, weshalb er oft für dicke, raue Körperstellen verwendet wird.
- PHA: Hat größere Moleküle und wirkt dadurch vergleichsweise langsamer – ein sanfter Wirkstoff für die Hornzellpflege.
Die Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) empfiehlt, die zum Hauttyp passende Methode zu wählen, da zu häufige oder zu kräftige Anwendung Rötung und Reizung auslösen kann. Beginnen Sie nicht täglich, sondern in größeren Abständen, und steigern Sie die Häufigkeit schrittweise, solange kein Brennen auftritt. Am sichersten ist es, mit nur einem hornzelllösenden Wirkstoff in Duschgel oder Lotion zu starten. Die Unterschiede zwischen den Wirkstoffen sind in AHA, BHA und PHA im Vergleich zusammengestellt.
Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) weist darauf hin, dass die Haut während der AHA-Anwendung empfindlicher auf UV-Strahlung reagieren kann. Tragen Sie an Tagen, an denen die Arme durch kurze Ärmel dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, auch dort Sonnenschutz auf.
Feuchtigkeitspflege
Nach der Hornzellpflege folgt immer eine Feuchtigkeitspflege. Die AAD empfiehlt, direkt nach dem Duschen, solange noch Feuchtigkeit auf der Haut ist, eine Feuchtigkeitspflege aufzutragen, und erklärt, dass Cremes oder Salben Feuchtigkeit besser binden als Lotionen. Duftstofffreie Produkte sind dabei am wenigsten reizend.
Wirkstoffe für die Pflege bei Reibeisenhaut
- Harnstoff (Urea)
- Spendet Feuchtigkeit und weicht dicke Hornzellen sanft auf
- Milchsäure (AHA)
- Lockert Hornzellen an der Oberfläche und bindet Feuchtigkeit
- Salizylsäure (BHA)
- Ordnet Hornzellen und Talg am Poreneingang
- PHA
- Vergleichsweise sanfte Hornzellpflege
- Ceramide
- Feuchtigkeitspflege für die Barriere nach der Hornzellpflege
- Shea-Butter
- Deckt die Oberfläche ab und verringert die Verdunstung
Von der Dusche bis zur Feuchtigkeitspflege: die tägliche Routine
Die AAD empfiehlt bei trockener Haut, das Duschen auf 5 bis 10 Minuten zu begrenzen und statt heißem lauwarmes Wasser zu verwenden. Langes Duschen mit heißem Wasser wäscht den Fettfilm der Haut aus und macht die Knötchen noch rauer.
Duschroutine bei Reibeisenhaut an den Armen
- Kurz mit lauwarmem Wasser — Heißes Wasser und langes Duschen trocknen die Haut stärker aus
- Mit der Hand oder einem weichen Duschpuff waschen — Bei einem hornzelllösenden Duschgel den Schaum kurz einwirken lassen und dann abspülen
- Feuchtigkeit sanft abtupfen — Nicht mit dem Handtuch reiben
- Sofort eincremen — Solange noch etwas Feuchtigkeit auf der Haut ist: hornzelllösende Lotion oder Feuchtigkeitscreme
- Tagsüber auch an den Armen Sonnenschutz — Besonders wichtig, während Sie AHA oder BHA verwenden und die Arme der Sonne ausgesetzt sind
Alltagspflege und worauf Sie achten sollten
Reibeisenhaut an den Armen: Das sollten Sie tun und meiden
✓ Das sollten Sie tun
- Mit nur einem hornzelllösenden Produkt beginnen
- Direkt nach dem Duschen eincremen
- In trockenen Monaten einen Luftbefeuchter nutzen
- Weiche, wenig reibende Kleidung tragen
✕ Das sollten Sie meiden
- Knötchen ausdrücken oder mit dem Fingernagel abkratzen
- Kräftig mit dem Peelinghandschuh reiben
- Mehrere hornzelllösende Produkte gleichzeitig verwenden
- Lange mit heißem Wasser duschen
Nicht ausdrücken oder abkratzen
Drücken oder kratzen Sie die Knötchen mit dem Fingernagel, entstehen kleine Verletzungen, an denen rötliche oder dunkle Male lange sichtbar bleiben können. Auch wenn es stört, ist Fingerabstand halten der schnellste Weg.
Auf die Raumluftfeuchtigkeit achten
Trockene Luft lässt die Knötchen stärker auffallen. Die AAD empfiehlt bei trockener Haut einen Luftbefeuchter. Ohne Luftbefeuchter kann auch nasse Wäsche in der Wohnung helfen.
Nicht über die Ernährung beseitigen wollen
Es gibt keine ausreichenden Belege dafür, dass bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel Keratosis pilaris verschwinden lassen. Eine ausgewogene Ernährung tut der Haut insgesamt gut, doch im Mittelpunkt der Pflege stehen Hornzellpflege und Feuchtigkeit.
Von anderen Ursachen unterscheiden
Schwellen die Knötchen rot an oder eitern sie, handelt es sich möglicherweise nicht um Keratosis pilaris, sondern um Unreinheiten am Körper. In diesem Fall lohnt sich ein Blick in Pflege bei Rücken- und Körperunreinheiten; hält der Zustand länger an, wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen Dermatologen.
Häufig gestellte Fragen
Verschwindet Keratosis pilaris vollständig?
Sie hält oft über lange Zeit an, daher ist das Ziel meist nicht die vollständige Beseitigung, sondern die Knötchen sanfter und unauffälliger zu machen. Mit dem Alter lässt sie bei manchen nach, kann aber auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben, und ohne Pflege wird die Haut schnell wieder rau.
Wird die Haut glatt, wenn ich sie kräftig abrubbele?
Direkt danach wirkt sie glatt, doch der Hornzell-Stöpsel am Poreneingang bleibt bestehen und kommt schnell wieder zum Vorschein. Kräftiges Reiben lässt die Haut zudem leicht röten und noch rauer werden – lösen Sie die Hornzellen stattdessen mit passenden Wirkstoffen.
Welches Produkt sollte ich wählen?
Wählen Sie eine Körperlotion oder ein Duschgel mit einem Wirkstoff wie Harnstoff, Milchsäure oder Salizylsäure, der die Hornzellen sanft löst, und beginnen Sie mit nur einem Produkt. Passen Sie die Häufigkeit an, solange kein Brennen auftritt, und lassen Sie die Feuchtigkeitspflege auch an Anwendungstagen nicht aus.
Ist Keratosis pilaris ansteckend oder eine Frage der Hygiene?
Nein. Sie ist nicht ansteckend und entsteht nicht durch mangelnde Hygiene. Zu häufiges, zu kräftiges Waschen kann die Haut im Gegenteil austrocknen und die Knötchen stärker auffallen lassen.
Wann sollte ich eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen?
Wenn die Knötchen rot anschwellen oder eitern, der Juckreiz stark ist oder sich die Stelle schnell ausbreitet, oder wenn sich trotz konsequenter Pflege nichts ändert, wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen Dermatologen.
Die passende Pflege für Ihre Haut finden
Reibeisenhaut an den Armen wird stark von Trockenheit und Ihren Dusch- und Reinigungsgewohnheiten beeinflusst. Die SKIN100-Hautanalyse wertet mehr als 100 Fragebogen-Items zu 8 zentralen Faktoren aus – von Lebensgewohnheiten über Skincare-Routinen bis zu Umwelteinflüssen – und zeigt Gewohnheiten und Umgebungsfaktoren auf, die Ihre Haut austrocknen. Der AI-Coach empfiehlt darauf abgestimmt die richtige Balance zwischen Hornzellpflege und Feuchtigkeit.
Quellen
- Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) — How to safely exfoliate at home
- Amerikanische Akademie für Dermatologie (AAD) — Dermatologists' top tips for relieving dry skin
- US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) — Alpha Hydroxy Acids
- Kornhauser A, et al. Applications of hydroxy acids: classification, mechanisms, and photoactivity. Clin Cosmet Investig Dermatol 2010