Pigmentierung ist ein Zustand, bei dem das Melanin-Pigment in bestimmten Hautbereichen übermäßig angereichert wird. Je nach Ursache und Tiefe ist ein völlig anderer Ansatz nötig, aber sie wird häufig pauschal als „Melasma" bezeichnet, was zu falschem Management führt.
Merkmale verschiedener Pigmentierungstypen
1. Melasma (Chloasma)
- Symmetrische braun-graubraune Flecken an Wangen, Stirn und Oberlippe
- Hauptursachen: UV-Strahlung, weibliche Hormone (Östrogen), Schwangerschaft
- Schwierig zu behandeln, wenn es tief in der Dermis liegt
- Rückfälle häufig, konsequente Pflege nötig
2. Sonnenflecken (Solar Lentigo, Pigmentflecken)
- Kleine, klar begrenzte braune Flecken durch kumulierte UV-Belastung
- Hauptsächlich unter den Augen, an Schläfen, Handrücken
- Reagieren besser auf Behandlung als Melasma
3. Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH)
- Braune Flecken nach Akne, Wunden oder allergischen Reaktionen
- Bei dunkleren Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) ausgeprägter
- Melanin konzentriert in der Epidermis → gute Reaktion auf epidermale Inhaltsstoffe
- Verbessert sich mit der Zeit, kann aber 3–24 Monate dauern
4. Postinflammatorisches Erythem (PIE)
- Rötliche Akneflecken → nicht durch Melanin, sondern durch Gefäßerweiterung
- Aufhellende Inhaltsstoffe weniger wirksam als gefäßverengende/entzündungshemmende Inhaltsstoffe
- Reagiert gut auf Laserbehandlung (IPL, VBL)
Wirksame Inhaltsstoffe bei Pigmentierung
Niacinamid 4–10 %
Hemmt den Melanintransportweg. Geringe Reizwirkung, für die meisten Pigmentierungstypen geeignet.
Alpha-Arbutin
Hemmt Tyrosinase (Melanin-Syntheseenzym). Alpha-Form wirksamer als Beta-Form.
Vitamin C (L-Ascorbinsäure) 10–20 %
Hemmt Melaninoxidation + fördert Kollagensynthese. Besonders wirksam bei Photoaging und Pigmentflecken.
Instabil, oxidiert leicht → Derivate (Ascorbylglucosid, MAP usw.) möglich.
Tranexamsäure
Hemmt Melaninbildung über den Plasminweg. Besonders wirksam bei Melasma, geringe Reizwirkung.
Kojisäure
Hemmt Tyrosinase. Gute Wirksamkeit, kann aber die Haut reizen.
Retinoide (Retinol/Tretinoin)
Fördert durch Zellturnover das schnelle Ablösen pigmentierter Hornzellen. Verschreibungspflichtiges Tretinoin hat die höchste Evidenz bei der Verbesserung von Pigmentierung.
AHA (Glykolsäure, Milchsäure)
Entfernt durch Oberflächenpeeling pigmentierte Stellen. Wirksam bei PIH.
Das Wichtigste: Sonnenschutz
Egal welchen Aufhellungsinhaltsstoff Sie verwenden – ohne UV-Schutz wird die Wirksamkeit halbiert. Während der Pigmentierungspflege täglich SPF 50+ PA++++ Sonnenschutz in ausreichender Menge und alle 2–3 Stunden nachauftragen. UV-Strahlung verstärkt bestehende Pigmentierung und stimuliert neue Melaninbildung.
Dermatologische Behandlungsoptionen
Bei unzureichender Verbesserung durch Heimpflege, besonders bei tief sitzenden Melasma-Läsionen, sollte eine Hautarztbehandlung in Betracht gezogen werden.
- Lasertoning (Q-Switched Nd:YAG): Melasma, Pigmentflecken
- IPL: Pigmentflecken, Rötung
- Laser-Resurfacing (CO2/Erbium): oberflächliche Pigmentierung
- Verschreibungspflichtige Cremes (Hydrochinon 4–6 %, Tretinoin): Standardbehandlung bei Melasma
Pigmentierung ist ein Hautanliegen, das sich kurzfristig kaum vollständig beseitigen lässt. Konsequenter Sonnenschutz in Kombination mit funktionellen Inhaltsstoffen und realistische Erwartungen sind der Kern des Managements.